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Über die Region

Der Böhmerwald zählt zu den ältesten Gebirgen in Mitteleuropa. Vor 300 Millionen Jahren waren die Berge des Gebietes so hoch wie die Alpen. Über die Jahrmillionen haben sie an Höhe verloren und sanftere Formen angenommen. So ist die schöne Hügellandschaft der Region im Dreiländereck Oberösterreich-Bayern-Südböhmen entstanden.

Das ausgedehnte Waldgebiet trägt in jedem der drei Länder einen anderen Namen. In Deutschland nennt man es den Bayerischen Wald, in Tschechien heißt es Šumava – abgeleitet vom slawischen Begriff für „dichter Wald“ – und in Österreich spricht man vom Böhmerwald. Das Böhmische Massiv erstreckt sich über eine Länge von 200 km und zählt zu den ältesten Gebirgen Mitteleuropas. Schon Caesar und Aristoteles kannten den Böhmerwald, allerdings unter dem Namen Hercynia silva oder Gabreta silva. Vom 9. bis ins 12. Jahrhundert war vermehrt vom Nordwald die Rede. Die erste bekannte urkundliche Erwähnung des silva Boemica kann Anfang des 10. Jahrhunderts nachgewiesen werden. Doch schon viel früher  – etwa  400 vor Christus – sind keltische Stämme hier durchgezogen. Von den Bojern (Boiohaemum Celticum) soll der Böhmerwald seinen Namen geerbt  haben. Sie mussten sich ihren Weg noch durch den undurchdringlichen Urwald bahnen.

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Erst ab dem 13. Jahrhundert begannen Klosterbrüder und Adelige die Wildnis im heutigen Dreiländergebiet zurückzudrängen. Wenn man genau hinsieht, kann  man die Spuren der Rosenberger, Schwarzenberger und Falkensteiner auch heute noch entdecken. Ihr Einfluss spiegelt sich in den historischen Bauwerken der Region wider. Bei einem Besuch im Stift Schlägl kann man sich davon selbst überzeugen.

 

Stift Schlägl

1218 errichteten Mitglieder des Prämonstratenser-Ordens ein Kloster und begannen die Wildnis zurückzudrängen. Sie haben es geschafft, Kultur in einen Landstrich zu bringen, wo vorher andere kläglich gescheitert waren. Seither ist das Stift Schlägl geistiges und kulturelles Zentrum der Region im Norden Oberösterreichs. Kunst und Kultur präsentieren sich im Stift Schlägl in vielen Facetten: Musik, Braukunst, kulinarische Leckerbissen und historische Kostbarkeiten. Letztere kann man bei einer Führung durch die Stiftsausstellung besichtigen. Besonders sehenswert sind u.a. die Bibliothek mit etwa 60.000 Bänden, die Schatzkammer, die Gemäldesammlung, sowie die Krypta aus den Anfangszeiten des Stiftes. Die gotische Stiftskirche bietet nicht nur Platz für Andacht und Gebet. Seit mehr als 40 Jahren werden hier hochkarätige Konzerte mit international bekannten Interpreten abgehalten. Das Zusammenspiel auf zwei Orgeln ist eine jahrhundertealte Praxis, ein besonderer musikalischer Kunstgenuss und kann in dieser Form nur in Schlägl erlebt werden – bei Hochämtern und exklusiven Konzerten.

 

Der Böhmerwald wie er im Buche steht

Adalbert Stifter hätte mit solchen Kreationen wohl seine Freude gehabt, ist doch bekannt, dass er ein großer Genussmensch war. Der berühmte Dichter hat dem Böhmerwald in seinen Erzählungen ein Denkmal gesetzt. „Meine ganze Seele hängt an dieser Gegend“, so beschreibt der Poet die Gefühle zu seiner Heimat. Über 200 Jahre sind nun vergangen, seit Stifter im kleinen Ort Oberplan (Horní Planá) im angrenzenden Südböhmen geboren wurde. Lange Zeit waren die Worte Stifters der einzige Zugang zu den Orten, die hinter dem Eisernen Vorhang verborgen lagen. Die Schauplätze aus seinen Geschichten haben auch diese Zeit überdauert und ziehen die Menschen noch immer in ihren Bann. Im Dreiländereck Oberösterreich-Bayern-Südböhmen wandert man auf Stifters Pfaden. Der „Granit“ lässt sich natürlich nicht nur bei Adalbert Stifter finden, sondern auch überall in der Landschaft. In der Form von Blockburgen auf Berggipfeln, Steinmeeren oder merkwürdigen Findlingen begegnet er einem allerorts. Diese „Bunten Steine“ inspirierten nicht nur den Dichter. Zahlreiche Sagen und Mythen ranken sich um diese wunderlichen Steinkolosse. Ein Ort, den Stifter wieder und wieder beschrieben und aufgesucht hat, ist der Plöckensteiner See. Vom Plöckenstein (1379 m), dem höchsten Berg im Mühlviertel, gelangt der Wanderer über einen Abstecher von 20 Minuten zum Adalbert Stifter Denkmal. In Tschechien wird das Waldgebiet „Šumava“ genannt. Der Name wird häufig frei übersetzt mit „die Rauschende“. Klingt poetisch. Könnte auch aus der Feder des Dichters stammen. Das gewaltige Monument steht auf einem Felsvorsprung mit direktem Blick auf den See. Am Fuße der schroffen Felswand liegt er ganz still und unbewegt, mitten im Nationalpark Šumava, gesäumt von silber-grauen Baumriesen, sein Wasser ist so dunkel, dass man sich darin spiegeln kann. Radfahrer erreichen den See über die Plöckensteinersee Radroute.

Holz, Glas, Leinen und der Eiserne Vorhang

Der Plöckensteiner See war in der Vergangenheit auch ein wichtiges Wasserreservoir für den Schwarzenbergischen Schwemmkanal. Durch den Bau des fortschrittlichen Kanalsystems im 18. Jahrhundert wurde es möglich, das Holz aus den abgelegenen Gebieten des Böhmerwaldes über die transkontinentale Wasserscheide bis nach Wien und Budapest zu transportieren. Der Waldreichtum des Gebietes ließ sich so in bares Geld verwandeln. In der Blütezeit mussten über 1200 Arbeiter bei der Holzschwemme eingesetzt werden. Dann war es lange Zeit still um den Schwarzenbergischen Schwemmkanal. Fast wäre der Kanal in Vergessenheit geraten, hätte nicht eine grenzüberschreitende Initiative Mitte der 90er-Jahre um seinen Erhalt gekämpft. Seither erwacht der Schwemmkanal jeden Sommer aus seinem Dornröschenschlaf. Es wird wieder geschwemmt und gesungen, gelacht und getanzt. Die Feste am Schwemmkanal sind beliebt bei Jung und Alt. In Sonnenwald überschreitet der Kanal die Grenze nach Österreich. Noch bis 1900 wurde an diesem Ort Glas hergestellt. Dann erlosch mit dem Feuer in den Schmelzöfen der Glashütte Sonnenwald auch dieser für die Region bedeutsame Industriezweig. Die gläserne Vergangenheit der Region erstreckt sich über mehrere hundert Jahre. Es wird vermutet, dass es schon um 1550 im Raum Schlägl eine Glashütte gegeben haben muss – der sogenannte Glashüttenteich ist ein Indiz dafür. In Sonnenwald selbst erinnert nicht mehr viel an diese Zeit – das Erdreich hat die Scherben verschluckt. Doch im Glasmuseum im Kulturhaus wird das Andenken an diese Epoche bewahrt. Die einst so begehrten Gläser aus dem Böhmerwald füllen einen ganzen Raum. Auch die anderen Stuben des Kulturhauses beherbergen kostbare Erinnerungen. Mit den Nachbarorten Glöckelberg und Oberplan im heutigen Tschechien verband die Ulrichsberger ein enges Band. Doch nach dem zweiten Weltkrieg wurde alles anders. Die sudetendeutschen Böhmerwälder wurden aus ihrer Heimat vertrieben und viele Orte dem Erdboden gleich gemacht. Im Kulturhaus Ulrichsberg konnten sie ein Stück der alten Heimat bewahren. Die Fotos rufen glückliche Tage ins Gedächtnis und sorgen dafür, dass ihre Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Der Sulzberg war einer der wenigen Aussichtspunkte, die einen traurigen Blick in die alte Heimat zuließen. Mit den Jahren wurden die Bäume immer höher und ihre Wipfel versperrten die Sicht. Daraufhin wurde 1967 der Turm am Moldaublick aufgestellt, der mit den Jahren zum beliebten Ziel für Ausflügler aus allen Himmelsrichtungen wurde. Auch in anderen Orten der Region kämpft man engagiert darum, dass die regionale Geschichte und alte Traditionen in Erinnerung bleiben. Das Erbe der Leinenweber wird besonders in Haslach hochgehalten. Im 16. Jahrhundert erlangte der Ort als Webermarkt großes Ansehen. Die feinen Leinenstoffe waren in ganz Europa beliebt und wurden sogar nach Übersee exportiert. Heute gibt es in der Region zwar nur mehr eine Handvoll Webereien und die zart-blau leuchtenden Flachsfelder sind selten geworden, der Ort Haslach spielt in der Welt der Textilfreunde dennoch eine zentrale Rolle. Das ist zu einem großen Teil der Verdienst des Vereines Textile Kultur Haslach. Bei der Vereinsgründung im Jahr 1991 wollte man an die alte Tradition anknüpfen, eine Plattform für die zeitgemäße Auseinandersetzung mit verschiedensten textilen Welten schaffen und den internationalen Austausch fördern. Der Einsatz hat sich gelohnt.