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Fischbestand an der Großen Mühl

Informationen zum Fischbestand und der Fischerei an der Großen Mühl

Seit dem Jahr 2013 wird der Fischbestand sowohl in der Allgemeinen als auch in der Fliegenstrecke des Tourismusverbands Böhmerwald im Zuge von jährlichen Bestandsaufnahmen mittels Elektrobefischung untersucht. Auf Grund dieser quantitativen Ergebnisse in Bezug auf Abundanz und Biomasse werden die gewählten Bewirtschaftungsformen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Untersuchungen der vergangenen Jahre zeigten eine sehr gute, durch natürliche Reproduktion sich selbst erhaltene Bachforellenpopulation (Abbildungen 1 – 3). Die sehr hohen Biomassezahlen der Bachforelle (tlw. > 150 kg/ha) sind als besondere Eigenschaft der beiden Fischereistrecken hervorzuheben, da es an der Gr. Mühl unterschiedliche naturräumliche Voraussetzungen und Veränderungen gibt, die eine natürliche Reproduktion mitunter erschweren. Hier sind (i) der geomorphologisch bedingte Mangel an Kieslaichplätzen (Bedeutung von Flussmorphologie und Sedimenttransport) ebenso zu nennen wie (ii) die zunehmende „Versandung“ von Teilen der Fließgewässer der Böhmischen Masse (Regionale Aspekte des Feststoffmanagements).

 

Die Äsche, die vor 30 Jahren, noch in ihrer Häufigkeit in weiten Teilen der Fischereistrecken der Bachforelle gleichgestellt war, hat seit den 1990er Jahren einen massiven Rückgang erfahren. Eine der Ursachen für diesen dramatischen Rückgang liegt sicherlich in den Auswirkungen der Globalen Erwärmung begründet. In Wechselwirkung mit dem natürlichen flussmorphologischen Flachbett-Typ der Gr. Mühl kommt es während der statistisch signifikant zugenommenen Niederwasserperioden zu einer Reduktion des nutzbaren Lebensraums für subadulte und adulte Äschen, die minimale Wassertiefen von > 35 cm benötigen. Diese Zusammenhänge wurden an der Gr. Mühl in einer wissenschaftlichen Studie umfangreich untersucht und in der amerikanischen Fachzeitschrift Climatic Change (The impact of run off change on physical instream habitats and its response to river morphology) veröffentlicht. Es werden mitunter immer wieder Jungäschen im Zuge des jährlich durchgeführten Monitorings dokumentiert, die Gesamtpopulation befindet sich in beiden Abschnitten jedoch in einem kritischen Zustand. Aus diesem Grund gilt auch für die Äsche absolutes Entnahmeverbot.

Weiters sind auf Grund der Entnahmemöglichkeiten in beiden Strecken Regenbogenforelle und Bachsaibling (mitunter auch Kreuzungen mit Bachforelle) fischereilich von Interesse. Im Gegensatz zum Bachsaibling, kommt es aber an der Gr. Mühl und ihrer Nebengewässer zu keiner natürlichen Reproduktion der Regenbogenforelle. Gefangene Regenbogenforellen entstammen somit ausschließlich dem Besatz in Gewässerstrecken flussauf des Zuständigkeitsbereichs des Tourismusverbands Böhmerwald. Der Bachsaibling, mit vereinzeltem Vorkommen in der Gr. Mühl, hat bereits in vielen Zubringern die heimische Bachforelle verdrängt.

Als weitere Fischarten sind auf Grund der Ergebnisse der Kontrollen des Fischereibestands die Koppe (guter Bestand), Aitel, Aalrutte (vereinzelt), Bachneunauge, Hecht (vereinzelt Stauhaltungen) zu nennen.

An der Gr. Mühl kommt es auch immer wieder zum stark flächenmäßig ausgedehnten Auftreten von Wasserpflanzen (Makrophyten). Im Zuge von ausgeprägten Niederwasserperioden und Wassertemperaturen um die 20°C kann dies mitunter die Ausübung der Angelfischerei, vor allem in Teilbereichen der Fliegenstrecke, einschränken. Gewässerökologisch gesehen, bieten jedoch flächige Makrophytenbestände die Basis für ein erhöhtes Aufkommen von Fischnährtieren (Makrozoobenthos) und mitunter auch Einstandsmöglichkeiten für sub-adulte Stadien diverser Fischarten. Dies konnte durch Elektrofischerei in den besagten Abschnitten bestätigt werden.

Fischotter, Gänsesäger und Kormoran kommen im Bewirtschaftungsabschnitt des Tourismusverbands vor. Auswirkungen auf die sich selbst erhaltenden Bachforellenpopulation sind nachweislich nicht gegeben. Dies gilt mitunter nicht für die Äsche.

Weiters tritt der Tourismusverein Böhmerwald auf Grund seiner Bewirtschaftungsform, vor allem in der Fliegen-Strecke, als Kooperationsgewässer des Vereins „die Bewirtschafter“ auf www.diebewirtschafter.at: Dieser Verein zeichnet sich insbesondere durch seine naturnahe Bewirtschaftungsformen aus. 

Derzeitig laufende und abgeschlossene wissenschaftliche Arbeiten und Projekte:

  • Aktives Management von Kieslaichplätzen

Bei Fragen - Kontakt:

Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Christoph Hauer (Gewässerwart) (christoph.hauer@boku.ac.at)

Die nachfolgende Bildergalerie ist mittels Pfeiltasten (links, rechts) bedienbar.

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